Besucher auf der SolarWave 2

Gäste morgens im Beiboot

Nach dem ersten Kennenlernen am Vorabend wird ein weiteres Treffen mit Mareike, Christof, Belá und Emma für den nächsten Tag vereinbart. Wir haben angeboten, die vier mit unserem umweltfreundlichen Tender zu einer Klippe am Eingang der Bucht zu fahren, die man nur mit einem Boot erreichen kann. Für Belá als Klippenspringer gibt es dort die Möglichkeit von einem 18 m hohen Felsen ins tiefe Wasser zu springen. Für die anderen gibt es die Möglichkeit von kleineren Felsen ins Wasser zu springen und im kristallklaren Wasser zu schwimmen.

Die Crew morgens im Beiboot
Umweltfreundliche Fahrt zur Klippe im kristallklaren Wasser vor Afionas

Der Skipper fährt alle zur Klippe und Belá stellt sein Können eindrücklich unter Beweis, springt nicht nur aus dieser Höhe, sonder absolviert dabei auch noch Saltos und Drehungen.

Absprung von der Klippe mit ausgebreiteten Armen
Belá springt von der Klippe © Christof Wegner

Zurück an Bord verbringen wir den Nachmittag zusammen und erzählen ausführlicher von den aktuellen Forschungsvorhaben, dem Anspruch der Solarboot-Projekte als gemeinnütziger Institution und erläutern das Konzept des autarken Solarboots im Detail.

Zum Abschluss fragen wir die vier nach ihren Eindrücken und was sie mitnehmen von dem Besuch; insbesondere, ob und was sie überrascht hat.

Alle vier sind sich sich einig, dass das Konzept des Energiemanagements wirklich beeindruckend ist. Dass man mit der ausschließlich durch Solarenergie gewonnenen Energie nicht nur fahren, sondern auch den kompletten Bordhaushalt versorgen kann, inklusive Elektromotor des Tenders, hätte Belá vorher nicht für möglich gehalten: „Und die ganze Technik an Bord, die finde ich wirklich toll.“

Christof, der in seiner früheren Karriere Umwelttechniker war, meint nachdenklich, dass es unglaublich sei, dass die SolarWave das einzige Boot mit CE Klasse A in Europa ist, das einige Monate im Jahr im Wasser ist und nur mit Solarenergie betrieben wird. Vor allem wenn man bedenke, wie lange es in Deutschland schon Solaranlagen auf Hausdächern gebe, das Thema also bekannt sei: „Aber man kann ja auf dem Markt kein weiteres Boot wie die SolarWave kaufen, eigentlich schade.“ Mit einem Schmunzeln fügt er hinzu, dass er an Bord der SolarWave den besten Ouzo getrunken habe, mit so viel Eiswürfeln, dass sie oben aus dem Glas herausgeschaut haben – alles möglich durch Sonnenenergie.

Mareike lächelt und erinnert sich an ihren Vater, der schon in den 70er Jahren eine Solarthermie Anlage auf dem Dach installieren ließ, um das Brauchwasser der Familie zu erhitzen: „An manchen Tagen musste dann kühler geduscht werden, was bei uns Kindern gar nicht gut ankam.“ Und vielleicht gerade wegen dieser Kindheitserinnerung ist Mareike besonders davon beeindruckt, wie man auf dem Boot ein besseres Verständnis für das Thema Energieverbrauch bekommt: „Man muss sich die Energie einteilen, entscheiden, ob man länger fahren möchte, mehr Trinkwasser benötigt oder eine längere Fahrt mit dem Beiboot plant. Wenn man mit Diesel fährt, muss man sich darüber keine Gedanken machen, bei einem Solarboot benötigt man Disziplin und muss sich vorher ausrechnen, was man braucht.“

Und damit schließt sich der Kreis, denn genau den erwarteten Energieverbrauch verlässlich vorhersagen zu können, ist eines unserer zentralen Forschungsthemen: die Entwicklung eines Vorhersagemodells, begleitet vom Konzept des digitalen Zwillings (vgl. „SolarWaves digitaler Zwilling„). Die vier verlassen das Boot, Belá und Emma schwimmen mit Tauchermaske und Schnorchel sportlich zum Ufer zurück und der Skipper fährt Mareike und Christof in der warmen Nachmittagssonne, die spielerisch auf dem türkisenen Wasser der Bucht glitzert, an den Strand zurück.

Zurück an Bord wird der Torqeedo Elektromotor unseres Beiboots wieder mit elektrischer Energie von unseren Solarzellen geladen und wir kehren bereichert von den vielen Gesprächen, den neuen Eindrücken und der positiven Energie von unseren Gästen beflügelt, an unsere Rechner zurück, zurück zu Microsoft Excel, im dem gerade der erste Entwurf für den digitalen Zwilling entsteht, der uns auf der nächsten Route begleiten wird.