Was ist das denn?

Das ist die Frage des Mitarbeiters an der Sicherheitsschleuse des Münchner Flughafens als er ein unbekanntes Objekt auf seinem Bildschirm identifiziert. „Ist das ihr Gepäckstück? Bitte öffnen sie das mal!“. Wir haben eine Unterwasserdrohne im Handgepäck dabei. Die erste, die er zu sehen bekommt. Geräte mit Lithium-Ionen Akkus dürfen nur noch im Handgepäck mitgenommen werden und auch nur noch bis zu einer bestimmten Grenze. Die Drohne erfüllt diese Anforderungen. Puh, die Hürde ist genommen. Das war schon bis dahin nicht so ganz einfach. Die PowerRay Unterwasserdrohne von PowerVision wird in einem Handgepäckkoffer geliefert, sodass man sie im Handgepäck mitnehmen kann. Aber nicht alle Fluglinien haben die gleichen Handgepäckmaße und die Airline mit der wir fliegen, erlaubt nur Handgepäck mit kleineren Abmessungen. Also wird alles umgepackt. Sehr kompliziert. Aber zum Schluss klappt alles.

Im Zuge der Natur-und Umweltschutzprojekte dokumentiert das SolarWave-Team die Natur der Ionischen Inseln; die Küste und die Unterwasserwelt. Dafür werden unterschiedliche Spezial Kameras verwendet: eine 360° Sphärenkamera (XDV Pano), eine tauchfeste Kamera von Nikon (AW130), eine Flugdrohne (DJI Mavic Air) und nun auch die Unterwasserdrohne (PowerRay von PowerVision). 

Auf der SolarWave gibt es bisher keine Tauchausrüstung und die Unterwasserdrohne ermöglicht 4k Video Aufnahmen bis in eine Tiefe von 30 Metern. Das ist bei Aufnahmen, die beim Schnorcheln gemacht werden können, generell nicht möglich, und erweitert insofern den Dokumentations Spielraum erheblich.  Die Drohne hat ein 50m langes Datenkabel zur Übertragung der Daten. Diese Unterwasserdrohne gibt es erst seit kurzem und wird nun erstmals getestet.

Die „PowerRay“ von PowerVision, eine der ersten erschwinglichen Unterwasserdrohnen.
Die „PowerRay“ wird zum erstenmal getestet und in einer kleinen, fischreichen Ankerbucht südlich von Ammoudia ins Wasser gesetzt
Erste Versuche die Drohne zu steuern – ganz schön schwierig!

Die Drohne wird über eine virtuelle Brille gesteuert, in die das Handy gesetzt wird, auf dem eine bestimmte App läuft. Diese sieht man oben auf dem Bild. Oder man steuert sie über den Handcontrolle mit eingesetztem Tablet oder Handy. Wir haben beide Methoden getestet und abgewechselt. 

Erstes Fazit: Das ist alles weitaus schwieriger als gedacht. Die Drohne ist sehr schwer zu steuern. Die Orientierung ist das größte Problem. Wenn man mit einer virtuellen Brille in einem schaukelnden Boot sitzt, das sich ständig dreht, dabei versucht eine Drohne zu steuern ohne einen Kompass oder ein ähnliches Hilfsmittel angezeigt zu bekommen, verliert man komplett die Orientierung. Das geht selbst hartgesottenen Seebären an die Nieren. Auf dem Tablet oder eingespannten Handy sieht man ohne weitere Abschattung nichts, da die sonnige Umgebung zu hell ist. Dazu kommt, dass die Drohne Schwierigkeiten hat im Salzwasser zu tauchen, da der Auftrieb sehr stark ist. Ein weiteres Problem: Fische gibt es vor allem in Bereich von Felsen oder Seegras, da sie sich dort verstecken können. Das heißt aber auch, dass die Drohne potentiell ständig an einen Felsen fährt oder sich im Seegras verfängt, da auf einem Bildschirm Entfernungen nur schwer abzuschätzen sind. Ach ja, das größte Problem: wo soll man die Drohne hinsteuern? Als Schnorchler oder Taucher hat man eine gute Übersicht der Situation, diese fehlt völlig bei der Drohne. 

Wir haben in der Zwischenzeit schon etliche Filme und Bilder von Seegras, Meeresboden und Felsen gemacht, jedoch ohne Fische, und wir haben ein, zwei Zufallsfischbegegnungen mit der Kamera festhalten können, diese natürlich in hervorragender Qualität! Eine neue Erfahrung – wir lernen jeden Tag und am Ende der Saison werden wir Bilanz ziehen.  

 

Bild aus einer Videosequenz der PowerRay von Powervision. Klare Sicht, gute Farben – aber wo sind die Fische?
Eine der wenigen Aufnahmen, bei denen Fische vor die Linse geschwommen sind.