DNV-GLs „Energy Transition Outlook 2018“ prognostiziert die globale Energieentwicklung bis 2050

DNV-GL hat die Publikation „Energy Transition Outlook 2018“ vorgestellt. Der Report ist im Web nach Email-Registrierung verfügbar.

Prognostizierte Ereignisse

Die Zeitlinie liefert die wichtigsten prognostizierten Ereignisse im Überblick:

2018 Energy Transition Outlook – Timeline, (c) DNV-GL AS, 2018

Wichtigste prognostizierte Ereignisse:

  1. Maxima der Energiebereitstellung („Energy Peaks“):
    • 2014 Kohle
    • 2023 Öl
    • 2033 Kernspaltung
    • 2034 Erdgas
  2. Maxima des Energieverbrauchs („Energy Peaks“):
    • 2026 Transport
    • 2035 Verbrauch (global)
    • 2035 Schiffsverkehr
    • 2039 Fertigung
  3. Ausbaugeschwindigkeit
    • PV
      • 10x in 17 Jahren (2023 => 2040)
      • von 1 TW auf 10 TW (jeweils Spitzenleistung)
      • 2050 16% PV
    • Wind
      • 10x in 22 Jahren (2016 => 2038)
      • 2050 12% Wind
    • Netz
      • 2x in 19 Jahren (2016 => 2035)
    • Speicher
  4. Anteil der nicht-fossilen Energien, also erneuerbare Energien und Kernenergie an der Primärenergie
  5.  Schiffsverkehr
    • 2042 50% der Antriebsenergie ist immer noch Öl, der Rest zum größten Teil Flüssiggas
    • Solarenergie wird nicht erwähnt

Sensitivitätsanalyse

Es fehlt eine Sensitivitätsanalyse, die Aussagen über Abweichungen der Prognose in Abhängigkeit von Variationen unterschiedlichster Annahmen liefern.

Beispiel: Im Sektor-Report „Power and Supply“, Seite 48 ff. werden Annahmen zur Entwicklung der Speicher für elektrischen Strom vorgestellt. 2050 soll eine globale Speicherkapazität von 65 TWh verfügbar sein, davon 50% in China, 25% in Indien, 3% in Europa. Für Europa: 1.700 GWh (2050), aktuell sind es 40 GWh, also eine Verdopplung alle 5 Jahre über die nächsten 32 Jahre.

Zusätzlich soll es die doppelte Speicherkapazität in den elektrisch betriebenen Fahrzeugen geben: 130 TWh (Terra-Wattstunden).

Zum Vergleich: Tesla produziert aktuell Batterien in seiner Giga-Facory mit einer Jahresproduktion von 20 GWh. Das ist mehr als der Rest der Automobilproduzenten weltweit.

Zum Vergleich: die SolarWave hat eine Speicherkapazität von 20 kWh (Kilo-Wattstunden). 130 TWh sind 6,5 Milliarden mal so viel.

Angenommen wird, dass 10% der in den Fahrzeugen verfügbaren Speicherkapazität als Zusatzspeicher für die Netzstabilisierung zur Verfügung steht.

Welche Auswirkungen hat es, wenn die Batterien des Individualverkehrs nicht in dem angenommenen Maß als Energiespeicher für die Netzabsicherung eingesetzt werden können?

Dies wird im Report nicht weiter ausgeführt.

Fazit

Fazit: die „globale Energiewende“ kommt. Sie kommt aber extrem langsam, evtl. viel zu langsam, um größere und größte Katastrophen zu vermeiden.

Und trotzdem wird auch diese sehr langsame Energiewende immense Anstrengungen erfordern und eine umwälzende Transformation sein.

Anmerkung: Bei allen Prognosen, insbesondere wenn sie für einen langen Zeitraum (32 Jahre bis 2050) erstellt werden ist ein großes Maß an Unsicherheit zu erwarten. Langfristige Entscheidungen benötigen jedoch langfristige Prognosen.